Deutsch

MITEINANDER SPRECHEN, LESEN, TEXTE SCHREIBEN - Das Fach Deutsch am MWG

 

Liebe Schüler*innen, sehr geehrte Eltern,

im aktuellen Schuljahr unterrichten 19 Lehrerinnen und drei Lehrer am MWG das Fach Deutsch. Außerdem werden wir von Referendar*innen unterstützt, die regelmäßig an unserer Schule ausgebildet werden.

Für uns als Fachschaft ist das Fach Deutsch vielfältig und abwechslungsreich und gemeinsam gibt es eine ganze Menge zu entdecken und zu lernen, da wir im Unterricht z.B. die Figuren aus literarischen Texten genauer „unter die Lupe nehmen“, Sachtexte zu den unterschiedlichsten Themen bearbeiten, ihr unterschiedliche eigene Texte verfasst oder wir uns mit grammatischen Phänomenen auseinandersetzen.

Neben den Inhalten des Faches in den jeweiligen Jahrgangsstufen (vgl. schulinternes Curriculum) bieten wir weitere Möglichkeiten, um im Fach Deutsch auch außerhalb des Klassen- und Kursunterrichts zu fördern und zu fordern.

Als Schüler*innen des MWG könnt ihr zum Beispiel …

 

  • im Rahmen des Rechtschreibtrainings in der Erprobungsstufe in kleinen Lerngruppen in der Schule oder mithilfe des Begleitmaterials eure Fähigkeiten verbessern,

  • bei Jugend debattiert in der 8. Klasse zu wichtigen Themen Stellung beziehen, mit anderen diskutieren und versuchen, sie von eurer Meinung zu überzeugen,

  • im Neigungsprojekte z.B. das kreative Schreiben entdecken, ganz persönliche Texte erstellen und eigene Ideen zu Papier bringen,

  • im Expertenprojekt in den Jahrgängen 7 - 9 einen Themenbereich aus dem Fach Deutsch bearbeiten, z.B. „Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse – dargestellt an den Romanen der Harry-Potter-Reihe“,

  • in der 6. Klasse beim schulinternen Vorlesewettbewerb euer Talent im Vorlesen unter Beweis stellen.

Wir sind stolz darauf, dass Schüler*innen vom MWG schon vielfach die nächste Runde des Vorlesewettbewerbs, den Kreisentscheid Lippe-Nord, gewonnen haben und z.T. sogar bis zum Landes- und Bundeswettbewerb gelangten!
 

Jeder von uns Lehrer*innen hat einen ganz persönlichen Beweggrund oder Antrieb, der das Fach Deutsch für sie oder ihn so besonders macht. Anhand des jeweiligen Lieblingszitats möchten wir die Vielfalt zeigen, die für uns in der Sprache und in der Literatur steckt.

Frau Reichelt (Deutsch, Sport): „Ja, das grenzenloseste aller Abenteuer der Kindheit, das war das Leseabenteuer.“ (Astrid Lindgren)

 

Frau Grotius (Deutsch, Englisch): „Der Unterschied zwischen einem richtigen und einem beinahe richtigen Wort ist wie der zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen.“ (Mark Twain)

 

Herr Teske (Deutsch, Sport): „[Zu] vieles Lesen macht stolz und pedantisch; viel sehen macht weise, verträglich und nützlich. Der Leser baut eine einzige Idee zu sehr aus; der andere (der Weltseher) nimmt von allen Ständen etwas an, modelliert sich nach allen, sieht, wie wenig man sich in der Welt um den abstrakten Gelehrten bekümmert, und wird ein Weltbürger.“ (Georg Christoph Lichtenberg (2011): Sudelbücher-Ausgesucht feine Texte mit Biss.)

 

Frau Bührig-Hollmann (Deutsch, Philosophie): „Aber ist es nicht gerade das Wort, das die Herrschaft über unser Inneres angetreten hat? Macht sein Fehlen nicht, dass ich mir verlorengehe? Wie schnell wird Sprach-losigkeit zur Ich-losigkeit?“ (Christa Wolf (2008): Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra)

 

Frau Kirchner (Deutsch, Latein): „Und plötzlich blieb mein Blick starr an etwas haften. Ich hatte entdeckt, dass an einem der Mäntel die Seitentasche etwas aufgebauscht war. Ich trat näher heran und glaubte an der rechteckigen Form der Ausbuchtung zu erkennen, was diese etwas geschwellte Tasche in sich barg: ein Buch! Mir begannen die Knie zu zittern: ein BUCH! Vier Monate lang hatte ich kein Buch in der Hand gehabt, und schon die bloße Vorstellung eines Buches, in dem man aneinandergereihte Worte sehen konnte, Zeilen, Seiten und Blätter, eines Buches, aus dem man andere, neue, fremde, ablenkende Gedanken lesen, verfolgen, sich ins Hirn nehmen könnte, hatte etwas Berauschendes und gleichzeitig Betäubendes. Hypnotisiert starrten meine Augen auf die kleine Wölbung, die jenes Buch innerhalb der Tasche formte, sie glühten diese eine unscheinbare Stelle an, als ob sie ein Loch in den Mantel brennen wollten. Schließlich konnte ich meine Gier nicht verhalten (…)“ (aus: Stefan Zweig „Schachnovelle“)

 

Frau Malinowski (Deutsch, ev. Religion): „Geben Sie Gedankenfreiheit!“ (Forderung des Marquis von Posa an König Philipp II. von Spanien. Aus: Friedrich Schiller: Don Carlos, Infant von Spanien)

 

Herr Anton (Deutsch, Sport): „Echte Größe, schrieb Beecher, liegt nicht darin stark zu sein, sondern darin, die eigene Stärke auf die richtige Weise zu benutzen… Wahre Größe zeigt derjenige, dessen Stärke die meisten Herzen bewegt, und zwar durch sein eigenes Herz.“ (Der Schulleiter Mr. Pomann in seiner Rede zur Schuljahres-Abschlussfeier/ Jugendroman „Wunder“ von R. Palacio).

 

Frau Derksen (Deutsch, ev. Religion): Wenn wir die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“ (Johann Wolfgang von Goethe im Hinblick auf die Legende von Pygmalion und Galatea.)

 

Frau Brinkmann (Deutsch, ev. Religion): „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ (aus Franz Kafka: „Die Verwandlung“)

 

Frau Staacke (Deutsch, Erdkunde): Ronja saß lange schweigend da. Dann sagte sie: „Weißt du, woran ich denke? Ich denke daran, wie leicht man alles ganz unnötig zerstören kann.“ „Dann wollen wir uns von nun an vor allem Unnötigen hüten“, sagte Birk. „Und weißt du, woran ich gerade denke? Ich denke, dass du mehr wert bist als tausend Messer!“ (Ronja und Birk über die Erkenntnis der Freundschaft aus Astrid Lindgren (1981): Ronja Räubertochter)

 

Frau Schnake (Deutsch, ev. Religion): „Aber dann sprang er einfach in das kristallklare Wasser hinein, wälzte sich, prustete, spritzte und ließ sich den funkelnden Tropfenregen in den Mund laufen. Er trank und trank, bis sein Durst gestillt war. Und Freude erfüllte ihn von Kopf bis Fuß, Freude zu leben und Freude, er selbst zu sein. Denn jetzt wusste er wieder, wer er war und wohin er gehörte. Er war neu geboren. Und das Schönste war, dass er jetzt genau der sein wollte, der er war. Wenn er sich unter allen Möglichkeiten eine hätte aussuchen dürfen, er hätte keine andere gewählt. Denn jetzt wusste er: Es gab in der Welt tausend und tausende Formen der Freude, aber im Grunde waren sie alle eine einzige: die Freude, lieben zu können. Beides war ein und dasselbe.“ (Bastian badet im Wasser des Lebens/ Jugendroman „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende (1979))

 

Frau Dr. Brüggemann (Deutsch, Philosophie): „Wir fühlten alle, wie tief und furchtbar die äußeren Mächte in den Menschen hineingreifen können, bis in sein Innerstes, aber wir fühlten auch, daß es im Innersten etwas gab, was unangreifbar war und unverletzbar.“ (Die letzten Zeilen des Romans „Das siebte Kreuz“ (1942) von Anna Seghers)

 

Frau Wöstenfeld (Deutsch, Geschichte): „Was sollen wir tun Albertine?“ Sie lächelte, und nach kurzem Zögern erwiderte sie: „Dem Schicksal dankbar sein, glaube ich, dass wir aus allen Abenteuern heil davongekommen sind – aus den wirklichen und aus den geträumten.“ „Weißt du das auch ganz gewiss?“, fragte er. „So gewiss, als ich ahne, dass die Wirklichkeit einer Nacht, ja nicht einmal die eines ganzen Menschenlebens zugleich auch seine innerste Wahrheit bedeutet.“ „Und kein Traum“, seufzte er leise, „ist völlig Traum.“ Sie nahm seinen Kopf in beide Hände und bettete ihn innig an ihre Brust. „Nun sind wir wohl erwacht“, sagte sie – „für lange“. Für immer, wollte er hinzufügen, aber noch ehe er die Worte ausgesprochen, legte sie ihm einen Finger auf die Lippen und, wie vor sich hin, flüsterte sie: „Niemals in die Zukunft fragen.“ (Aus: Arthur Schnitzler: Traumnovelle. 1926)

 

Frau Fritsch Boublaine (Deutsch, Pädagogik): „So wie ein Kind im Spiel uns nachahmt, ahmen wir im Spiel den Kräften nach, die die Welt erschufen und erschaffen.“ (Paul Klee, Schöpferische Konfession, 1920).

 

Frau Thielking (Deutsch, Erdkunde): „Ich möchte wissen“, sagte er vor sich hin, „was eigentlich in einem Buch los ist, solang es zu ist. Na­türlich sind nur Buchstaben drin, die auf Papier gedruckt sind, aber trotzdem - irgendwas muss doch los sein, denn wenn ich es aufschlage, dann ist da auf einmal eine ganze Geschichte. Da sind Personen, die ich noch nicht kenne und es gibt alle möglichen Abenteuer und Taten und Kämpfe - und manchmal ereignen sich Meeresstürme, oder man kommt in fremde Länder und Städte. Das ist doch alles irgend­wie drin im Buch. Man muss es lesen, damit man's erlebt, das ist klar. Aber drin ist es schon vorher. Ich möcht‘ wissen, wie?“ — (aus: Michael Ende: „Die unendliche Geschichte“)
 

Frau Buchta (Deutsch, Sport, Kunst): „Was im Leben zählt ist nicht, dass wir gelebt haben, sondern, wie wir das Leben von anderen verändert haben.“ (Nelson Mandela 2002, von 1994 bis 1999 Präsident Südafrikas, Anti-Apartheidskämpfer und Friedensnobelpreisträger)

 

Frau Nohren (Deutsch, Englisch): „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ (Paul Watzlawick)

 

Herr Menz (Deutsch, Sport, Geschichte):

DER PANTHER (R.M. Rilke)

IM JARDIN DES PLANTES, PARIS

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

 

Wir freuen uns auf gemeinsame Unterrichtsstunden, außerunterrichtliche Aktivitäten und gute Gespräche mit Schüler*innen und Eltern!
 

Die Lehrer*innen der Fachschaft Deutsch am Marianne-Weber-Gymnasium Lemgo (2020)

Lehrpläne und Leistungsbewertung zum Download